Was bringt es einen, online präsent zu sein, aber für seine Kinder nicht?

Was bringt es einen, online präsent zu sein, aber für seine Kinder nicht?

Die Sache mit dem Nähen.
Es ist mein liebstes Hobby und doch widme ich mich dem aktuell so wenig zu. Ich weiß nicht genau, ob es eine Nähmüdigkeit ist, oder ob es doch einen anderen Grund hat.

Ich habe richtig Lust zu nähen, wirklich, so richtig doll, aber dann greife ich doch lieber zu den Stricknadeln.
Es sind so viele Ideen im Kopf entstanden, die ich am liebsten schon gestern gestrickt hätte. Stricken geht so schön nebenbei, immer eben. Da kann ich ohne Probleme Pausen machen, während es mich beim Nähen stört.

Hier liegen Stoffe für bestimmte Projekte herum. Projekte die ich seit Jahren angehen wollte. Eine Winterjacke für mich — der richtige Zeitpunkt ist jetzt. Und ja, ich habe so Lust das Projekt zu starten. Das Schnittmuster ist in als fertiges hüstelt worden, muss es also nur ausschneiden. Naja, irgendwie ein kleines Hamsterrad.

Vielleicht ist es auch der kleine Januarjunge der mich bremst. Die Abende sind durchwachsen, oftmals durfte ich nach 20-30 Minuten wieder hoch um ihn über den Rücken zu streicheln oder sogar auf den Arm zu nehmen, ihm ins Ohr flüstere „Ich bin da, du bist nicht allein“ und dann mag ich irgendwie gar nichts anfangen.
Tagsüber ist er eine kleine Rakete und schläft sehr wenig, da kann ich dann einfach besser Stricken.

Wisst ihr was, und genau das stört mich nicht. Nicht mehr. Ich war da wirklich anders, aber wenn ich jetzt hin und wieder eben Zeit nur für mich bekomme, bin ich schon zufrieden.
Es kommen wieder andere Zeiten, aber diese Zeit jetzt bekomme ich definitiv nicht wieder und somit erlebe ich sie viel intensiver, viel aktiver.

Was bringt es einen, online präsent zu sein, aber für seine Kinder nicht?
Das heißt, genäht wird nur, wenn die Kids schlafen oder mein Mann die beiden bespaßt. Es gibt nur dieses eine Leben. Diesen eine Leben für mich und für meine Kinder und ich möchte ihre Kindheit bewusst erLEBEN und nichts verpassen.

Ich konnte die Schwangerschaft mit Hannes und die wenigen Wochen danach nicht so genießen wie ich, nein wie er es verdient hätte, da ich mir selbst im Weg stand. Ich wollte nähen, ich wollte bloggen, ja total banal aber ich kann es jetzt nicht ändern und ich wollte unbedingt wieder so aussehen wie vor der Schwangerschaft.
Das alles hat dazu geführt, dass ich rückblickend betrachtet, die gemeinsame Zeit mit Hannes nicht genossen habe. Nicht so wie ich hätte machen sollen. Nicht so wie ich es jetzt mache.

Und diese beiden genähten Teile hier, die sind schon alt.
Die Jacke, ein Opal Cardian habe ich vor drei Jahren im Oktober genäht. Ja, da war Hannes noch da. Und den Pulli, den habe ich mir vor zwei Jahren, kurz vor dem ersten Todestag genäht. Damals saß beides nicht so wie jetzt, eben enger.
Der Schnitt vom Pullover, ist eigentlich der Oversize Sweater von Kibadoo aber ich habe glaube ich was falsch gemacht. Die aufgesetzte Tasche ist voll klein, also der Eingriff und an sich sitzt er jetzt auch nicht so legere, wie ich es erwartet hatte, damals, und jetzt halt auch noch nicht mega locker. Naja das Problem sitzt ja vor der Maschine und somit denke ich, dass ich einen Ausdruckfehler gemacht habe, oder mich damals einfach nicht vermessen habe, da ich dachte, „so dick bin ich nicht, dann nähe ich einfach mal die 44 oder so“. Welche Größe es tatsächlich ist, weiß ich nicht mehr.
Beides trage ich jetzt aber wieder liebend gerne und möchte ich jetzt eben gerne zeigen.

Und wo ich jetzt den Cardigan sehe, mag ich mal wieder einen neuen nähen. Und so wächst meine „Liste“ für mich.

Achso, die Tasche ist die Projekttasche Britta und die gibt es als Freebie im Näh Ratgeber und noch ein letztes Einzelstück im Shop. Es kommen aber wieder neue in den Shop.

Liebe Grüße, Andrea

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