Overlock-Test: Bernina L460

Overlock-Test: Bernina L460

Kooperation

Heute habe ich mal wieder einen Testbericht dabei.
Seit einiger Zeit steht bei mir die Overlock von Bernina auf meinem Nähtisch und somit in meinem Nähzimmer.
Genau genommen die Bernina L460*.

Ich sage es einmal vorweg, geplant war das nicht und ehrlich gesagt ist es DIE Maschine aus der Not heraus.

Bevor die Bernina hier stehen durfte, hatte ich eine Kooperation mit einem anderen Hersteller. Durch Hannes Tod, habe ich diese pausiert.
Naja, was dann war, erspare ich euch. Ergebnis: Ich habe kurzerhand meine Overlock abgegeben.
Auf menschlicher Ebene war das für, mein empfinden, nicht tragbar und für mich somit ein Grund, mich von der Firma und somit von der Kooperation zu verabschieden.

Somit kam der Nähpark erneut ins Spiel.
Hatte ich nicht erst die Möglichkeit gehabt, die B570 QE zu testen, um sie im Anschluss dann unbedingt kaufen zu wollen, so brauchte ich jetzt eine neue Overlock.
Eine Overlock, die sauber transportiert, näht und eben zuverlässig ist.
Durch die Kooperation mit der B570 kam somit nur eine weitere Bernina in Frage.

Also ist es die L460 geworden.

Die schnelle und sehr komfortable Overlock von BERNINA

https://www.naehpark.com/

Mit dieser Aussage bewirbt der Nähpark die Maschine und ich kann es nur bestätigen.

Auf Instagram habe ich euch hin und wieder schon einmal die Overlock gezeigt, auch wenn ich mit ihr nähe. Sie ist nicht nur komfortabel, sondern auch verdammt leise.
So eine leise Overlock hatte ich noch nie.

Warum meine ich, dass sie komfortabel ist?
Die L460 verfügt über einen Kniehebel. Dieser ermöglicht es mir, beide Hände am Nähstück zu behalten und dennoch den Nähfuß anzuheben und abzusenken. Wenn man bereits eine Maschine mit Kniehebel hat, weiß man wie toll das ist.

Einmal das wichtigste im Überblick

Bernina L460

  • Kniehebel
  • Bis zu 1500 Stiche pro Minute
  • 16 verschiedene Nähte
  • Nadelstopp oben
  • Einzelstichnähen möglich
  • inklusive Anschiebetisch

Kosten: 989,00€

Was bedeutet Nadelstopp oben und Einzelstichnähen?
Wenn ich am Fußpedal aufhöre zu nähen, bzw zu overlockern ;-), so stellt sich die Nadel nach oben.
Möchte ich, dass die Nadel unten ist, so kann ich entweder am seitlichen Rad drehen, oder aber am vorderen Teil des Fußpedals drücken, also mit dem Fersendruck.
Dies ermöglicht mir ein wirklich sehr präzises Nähen.

Nadeln
Das Beste überhaupt. Man benötigt keine extra Nadeln für die Overlock. Es reichen, je nach Material, die passenden Nadeln, wie sie auch in die Nähmaschine kommen. Sprich für Jersey kann man die Jersey Nadeln 130/705H nehmen oder aber Super Stretch und und und. Wie oft habe ich am Anfang noch einmal in die Anleitung gucken müssen ;-).

Die Fadenkontrolle
Die L460 verfügt über die mtc-Fadenkontrolle. So sind überstehende Greiferfäden kein Problem.
Das verstellen der Greiferfadenspannung oder der Schnittbreite ist nicht nötig. Hier reicht ein einfaches verschieben des Hebels für die mtc-Fadenkontrolle aus.
Selbst während des Nähens, kann man so direkt und schnell reagieren und eine Änderung vornehmen. Gerade bei mehr Stofflagen.

Ich geben zu, ich verstelle dennoch ab und zu meine Rädchen, bis mir der Hebel wieder einfällt ;-).

Einfädeln
Das einfädeln der Overlock ist wirklich nicht schwer. Wenn man den Deckel aufklappt, sieht man, welcher Faden wie durch die Maschine geführt werden muss. Mit Zahlen von 1-4 ist die Reihenfolge angegeben. Diese muss übrigens IMMER eingehalten werden, ansonsten fädelt man noch einmal neu ein ;-).

Sicherheitsfunktion
Ist der Nähfuß angehoben, so leuchtet die Lampe rot und es kann nicht genährt werden.
Ist die Klappe geöffnet, kannst du ebenfalls nicht nähen. Somit kann es nicht vorkommen, dass man Ausersehen am Fußpedal ankommt.

Auffangbehälter
Nicht jede Overlock verfügt über einen Auffangbehälter. Die Bernina hat einen und dieser ist, am Anfang, etwas kniffliger. Jedenfalls haben da so einige ihre Probleme mit. Ich auch um genau zu sein.
Wenn man den Dreh raus hat, und sich die Haken von der Seite einmal anguckt, bekommt man diesen aber schnell ab und wieder dran.
Der Behälter ist wirklich toll. So landet das meiste an “Stoffmüll” im Behälter.
Wenn ich sage das meiste, dann meine ich, dass immer ein paar Reste in die Maschine fallen können. Diese kann man, beim entleeren des Auffangkörbchen und Reinigen der Maschine, einfach mit dem Pinsel entfernen.

Nähte
Ich bin ein Fan von einer gleichbleibenden Overlocknaht. Aber eine Overlock kann natürlich mehr als dieses.
Die L460 kann mit einer Stichbreite von 3 bis 9 Millimeter eingestellt werden.
Natürlich kann man auch mit drei oder vier Fäden nähen.
Ebenso der Rollsaum ist kurzerhand möglich. Und das Beste, ohne großartig etwas umbauen zu müssen.
Was ich noch nicht ausprobiert habe, ist die 2-Faden-Naht.
Für diese Naht liegt der Konverter bei. Dies ist eine Metallzunge, die den Obergreifer abdeckt und ganz einfach montiert werden kann.
In der Bedienungsanleitung sind alle 16 Nähte samt Einstellungen aufgelistet. Eine praktische Karte, die ich zum Beispiel, immer in der obersten Schublade am Nähtisch habe.

Anschiebetisch
Ein absolutes Plus ist der Anschiebetisch. Ich finde ihn wirklich mega gut. Beim nähen hat man auch mal schwerere Stoffe und durch den Anschiebetisch ist, meiner Meinung nach, die Gefahr geringer, dass der schwere Stoff beim Nähen immer „weg zieht“. Ich weiß nicht genau ob ihr versteht was ich meine. Also es kann sehr viel vom Nähstück/Stoffstück auf dem Anschiebetisch liegen. Ein absoluter Pluspunkt meiner Meinung nach.

Was ist alles im Lieferumfang dabei:

  • Staubschutzhaube
  • Fußanlasser
  • Netzkabel
  • Bedienungsanleitung
  • Kniehebel
  • Anschiebetisch
  • Stoffauffangbehälter
  • Zubehörbox
  • Nadelset 130/705H
  • Sechskantschraubendreher (1,5 mm) 
  • Pinsel
  • Pinzette
  • Obergreiferabdeckung
  • Nadeleinfädler/ – einsetzer
  • Öler
  • Ersatzmesser
  • Schraubenschlüssel
  • Nahtführung rechts
  • Spulennetz (4x) 
  • Fadenablaufscheibe (4x)
  • Schraubendreher

Garn
Ich habe sehr viel Overlock Garn von günstigen Anbietern. Meistes ist es Trojalock. Dies lässt sich ohne Probleme vernähen. Dennoch steige ich nach und nach auf das Madeira Aerolock um. Warum?
Ich finde die Naht und somit das gesamte Nahtbild deutlich schöner und ich habe das Gefühl, dass die Nähte haltbarer sind. Zudem verwende ich im Greifer gerne Bauschgarn, welches ebenfalls von Madeira ist. Irgendwie mag ich Bauschgarn und somit mag ich es nicht nur in der Coverlock, sondern auch in der Overlock verwenden.
Prinzipiell läuft die Overlock mit jedem Garn, irgendwann findet man aber für sich sein liebstes und verwendet dies dann.

Ehrlich jetzt!!
Immer wenn ich gefragt werde „Du Andrea, ich möchte mir eine neue Overlock kaufen, soll ich lieber mit Lufteinfädler oder Kniehebel eine auswählen“, antworte ich stets „Nimm unbedingt mit Kniehebel“.
Meiner Meinung nach lässt sich die Bernina so einfach ein und um fädeln, da brauche ich keine Hilfe. Und so ein Kniehebel wird einfach viel, viel öfter verwendet. Ich liebe den Kniehebel und möchte nicht mehr ohne.

Mein Fazit:
Nach langem Nähen mit der Overlock bin ich endlos begeistert. Wirklich. Also wenn ich sage, ich liebe sie, dann meine ich das auch so.
Für mich ist es eine wirklich tolle Overlock. Eine Overlock, die meinen Ansprüchen gerecht wird.
Sie ist leise und das auch, wenn man schneller näht. Sie hat ein sauberes Nahtbild und transportiert super.
Gerade wenn man gerne Bodys näht, möchte man nicht ständig die Anfänge heften. Jedenfalls bin ich da eher von der faulen Sorte.

Natürlich kann auch das Nahtbild sich mal verändern oder aber man bekommt einen Fehlstich. Das sieht dann so aus, als wenn der Nadelfaden nicht mehr gegriffen werden kann. Wenn dies der Fall ist, dann ist es wohl spätestens jetzt an der Zeit die Overlock zu reinigen und die Nadeln auszutauschen.

Seid immer schön lieb zu euren Maschinen, dann sind sie es auch zu euch :-).

Liebe Grüße, Andrea

Overlock: Bernina L 460*

*die mit * versehenden Links sind Links zu den Produkten auf der Website vom Nähpark Diermeier.
Es handelt sich hierbei um keine Affiliatelinks.

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