Hope

Hope

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Hallo ihr Lieben
Es ist verrückt, wirklich. Mir wurde ein Stoff gewidmet. Mir. 
Als Carina von Elina näht mich vor einigen Wochen angeschrieben hat, wusste ich gar nicht was ich sagen soll. Meine liebe Anne von Nähspinne wollte den Stoff drucken lassen. Verrückt.

Hope – Love makes all things easy

Ich glaube kein Name passt besser wie dieser hier.

Ich habe Hoffnung. Hoffnung das wir irgendwann doch noch mal das Glück erfahren dürfen, der Hummel und auch Hannes ein Geschwisterchen zu schenken – uns, mir zu schenken. Ich habe Hoffnung das ich wieder glücklicher sein darf und kann. Hoffnung das uns das Leben nach der anhaltenden Dunkelheit Sonnenstunden schenkt. Ja noch hoffe ich. Ich würde lügen wenn ich immer so denken würde. Hauptsächlich hoffe und wünsche ich mir, noch einmal das Wunder eines Babys erleben zu dürfen. Wir wünschen uns nichts sehnlicher und ja, ich verliere oftmals den Glauben daran, und vergesse positiv zu denken. Wie sollte ich auch. Es fällt mir schwer bei den ganzen um mich herum positiv denkend und hoffend zu bleiben.
Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben unser Leben, wie es so nun einmal ist, akzeptiert und lernen jeden Tag aufs Neue es zu bewältigen.
Mal klappt es gut,  mal weniger gut. 

Meine Kollegin heute, die mich nachmittags in der Sauna unterstützt hat, sagte „ich glaube ich könnte nicht so stark sein.“ 
Ich weiß, das mich wohl alle als stark sehen und bezeichnen aber das Thema hatte ich ja schon öfters. 
Ich glaube einfach, dass das Leben mir noch mehr zu bieten hat. Und das wir irgendwann versöhnt werden. Kein Tag ist leicht. Kein weiterer Tag heilt die Wunde oder verringert den Schmerz, aber wir haben es akzeptiert. Wir haben den Tod akzeptiert. 

Als das alles passiert ist, wurde mir über dritte gesagt, jetzt würde ich ja ganz viel Aufmerksamkeit bekommen. So nach dem Motto „yeah wie toll“. Ehrlich, wer so etwas denkt, der hat vom wirklichen Leben und was für Werte und was für ein Stellenwert das hat, keine Ahnung.
Es mag jetzt hart klingen, aber so etwas kann und mag ich nicht hören. 
Was interessiert mich die Aufmerksamkeit die ich bekommen habe, wenn mein Sohn Tod ist. Es geht hier um ein kleines Baby welches einfach so nicht mehr aufgewacht ist und kurz vorher noch quick fedel im Kinderwagen lag. Mir ist es wirklich egal was und wie und so. Ich habe meine Trauer nieder geschrieben, und sie nimmt immer noch viel Raum ein, aber bestimmt nicht, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Ich gebe diese gerne ab, denn ich möchte sie nicht haben. Nicht so.

Es ist schwer. Alles ist seitdem schwer. 
Einkaufen. Arbeiten. Raus gehen. Es ist schwer.
Wir wurden gemieden. Uns wurde der Rücken zugewandt. 
Wir durften Sprüche von fremden Personen lesen, dass wir das zum Beispiel nur ausgedacht hätten usw. Das Beispiel jetzt war mit Abstand das makaberste und schlimmste.
Ehrlich, ich gebe das alles liebend gerne ab. Ich möchte das alles nicht. Ich möchte mein Kind nicht auf dem Friedhof „besuchen“.
Ich möchte nicht traurig sein.
Ich möchte nicht weinen und die Welt verfluchen und ich möchte nicht ausgegrenzt werden. 
Wer so ein Schicksalsschlag haben möchte, um „Aufmerksamkeit“ zu erhalten, bitte, aber ohne mich. Ich will das nicht. 

Vielleicht bin ich stark. Vielleicht bin ich tapfer. Vielleicht bin ich einfach so und lass mich nicht unterkriegen. Aber vielleicht ist es auch alles nur so, weil ich die Hoffnung auf etwas besseres, etwas gute noch nicht aufgegeben habe. 

Hoffnung ist das,
was dich auf den Beinen hält,
was dich nicht aufgeben lässt,
was dir Leben schenkt,
was dich träumen lässt,
was dich nicht hängen lässt.

Diese Eigenproduktion habe ich nicht verdient. Ich bin keine herausragende Person, aber vielleicht brauch ich das auch gar nicht sein. Vielleicht bin ich auch einfach so gut genug, dass man mir eine Freude machen möchte.
Carina hat sie für mich gezeichnet, obwohl sie mich nicht kennt.
Sie hat es aus Nächstenliebe getan, obwohl sie mich nicht kennt.
Anne hat sie drucken lassen, obwohl sie mich persönlich noch nicht kennt. Sie wollten es beide, aus Nächstenliebe. 
Nicht aus Mitleid und nicht um mir Aufmerksamkeit zu schenken.
Der Stoff ist mir gewidmet. Mir, Fräulein An. Es ist ein unglaubliches Gefühl.

Ganz viele liebe Personen haben uns Trostpakete geschenkt, gespendet beim Money Pool der von der lieben Geraldine ins Leben gerufen wurde, uns, mir geschrieben, dass sie das gleiche durch gemacht haben und und und. 

Ihr Lieben, ihr alle, seit perfekt und liebenswert und habt das Herz am rechten Fleck. Ihr wisst wie dankbar ich bin, und ewig sein werde. 
Ich danke euch für eure Nächstenliebe.

Hope ist seit gerade eben online und je verkauften Meter geht 2€ an den Verein verwaiste Eltern.
www.VEID.de Der Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V.

Für mehr Hoffnung im Leben.

Ich lasse zum Schluss noch ein, zwei Sätze vom Beitrag von Anne hier:
„(…)  Dieser Moment als die Welt still stand, hat viele in der Nähwelt sehr bewegt. Meine liebe Andrea, du bist einer der stärksten Frauen, die ich kenne und ich habe großen Respekt davor, wie du dein Leben, mit allen Höhen und Tiefen 😓 meisterst, für deine Familie und für dich! Wie ihr alle drei es meistert!(..)“
„(…) „Hope“ – Hoffnung. Denn in jedem dunklen Licht gibt es etwas Hoffnung. Dieser Stoff ist der lieben Andrea gewidmet.(…)

Ich danke euch fürs Lesen.
Liebste Grüße, Andrea

Schnitt: T-Shirt aus dem Buch „Alles Jersey„*
„Carrie Cardigan“ von Näh-Connection*
Stoff: Bio Jersey „Hope“ für Fräulein An von Nähspinne**
Strickstoff über Buttinette*

*Affiliate-Link
**gesponsertes Material

2 Comments

  • Claudia
    7. März 2020 16:23

    Mir fehlen die Worte, was sich manche Menschen denken und herausnehmen…
    Sowas ist ein weiterer Stich ins Herz 🙁
    Fühl dich unbekannterweise gedrückt

    • FraeuleinAn
      8. März 2020 12:10

      Ich frage mich auch, was im Kopf einiger Personen vorgeht, wenn man so etwas behauptet. Ich glaube das ist auch diese „Anonymität“ im Internet.
      <3 Andrea

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