7. Todestag

viele verbinden mit dem 11.11 einen tollen, fröhlichen und freudigen Tag. Karneval oder auch Fasching genannt.
Für mich bedeutet dieser Tag Dunkelheit. Trauer. Kälte.
Seit 2018 jährt sich am 11.11 des Todestag von meinem Sohn Hannes. Dieses Jahr war es der 7. Todestag.
Ich versuche jedes Jahr passende Worte für all das zu finden, was passiert ist. Was mit mir passiert ist, als sein Herz aufgehört hat zu schlagen.
Diesen Schmerz können nur diejenigen nachempfinden, die ebenfalls ihr Kind plötzlich und unerwartet verloren haben. Wahrscheinlich wiederhole ich nach und nach auch meine Worte. Es sind aber Worte, Wörter, Sätze die ich fühle, lebe und niederschreiben muss. Für mich.

Jedes Jahr, sei es zu Hannes Geburtstag, oder zu seinem Todestag, versuche ich die für mich und ja auch ein klein wenig für andere die passenden Worte zu finden. Worte, die niemanden zu sehr belasten. Worte, die in all das auch Hoffnung schenken können. Worte, die berühren und das nicht aus Mitleid zu unserem Schicksal.
Hannes ist viel mehr als ein Schicksal. Hannes ist real, in allen Zeiten – in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Er hat mich und uns verändert. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass er mich nicht in meinem Handeln und Tun beeinflusst. Natürlich nicht in Worte oder so. Aber er ist in mir, in meinem Kopf, in meinen Gedanken.
An einigen Tagen lauter und an anderen leiser.
An einigen Tagen weine ich und an anderen lache ich.

Mit meinem Wissen jetzt, dass seine Zeit auf Erden nur begrenzt war, hätte ich die 16 Wochen anders genutzt. Dies kann ich nicht wieder gut machen. Für mich ist dieser Gedanke oftmals schwer auszuhalten. Aber dann Frage ich mich, was ich alles anderes gemacht hätte, und da ist dann gar nicht so viel.
Ich habe durch Hannes gelernt, dass Leben nicht als selbstverständlich an zu sehen.

In meinem Instagram Beitrag am 11.11. habe ich folgendes geschrieben:

„Ich denke an so vieles seitdem du nicht mehr bist, denn Du hast mir gezeigt, wie wertvoll das Leben ist.“ (Unheilig) 

Hannes Bela, mein Herz 💙. 

Heute vor 7 Jahren ist meine Welt zerbrochen. 
Ein Augenblick und nichts war mehr so wie zuvor.
Für uns blieb die Zeit stehen. Und doch lief sie unaufhaltsam weiter.
Im meinem Kopf wurde es laut und im Herzen ganz leer. 
Wie in Watte gehüllt habe ich existiert. 
Ich war da, aber auch ganz weit weg.
Es gibt nur noch die Zeit davor und die Zeit danach. Das eigene Leben geteilt in zwei Abschnitte.
Mein Herz wurde gebrochen. Ich wurde gebrochen. 

„Die Zeit heilt alle Wunden“ wird immer so schön gesagt. 
Ich kann sagen, dass sie das nicht macht. 
Aber die Zeit ist gnädig. 
Sie lehrt dich, mit Schmerz und Trauer umzugehen. 
Sie lehrt dich, die Zeit als nicht selbstverständlich anzusehen. 
Auch nach 7 Jahren ist es wie ein nie endender Albtraum.
Auch nach 7 Jahren tut es weh.
Auch nach 7 Jahren weine ich.
Auch nach 7 Jahren fühle ich den Schmerz und die Leere.
Aber in den 7 Jahren habe ich auch gelernt wieder zu leben. Mit dem Verlust zu leben.
Hannes ist ein Teil von mir. Er wird immer ein Teil von mir bleiben. Solange ich bin, erzähle ich von Hannes, über Hannes und seine Geschichte, die leider viel zu kurz geschrieben wurde ❤️‍🩹💔.

Alles was bleibt ist die Lieben 💙
Die Liebe zu meinem Sohn. 
Hannes, du wirst unendlich geliebt 💙
Ich bin dankbar, dass ich deine Mama sein durfte und bin 🫂

„Wir waren geboren um zu leben
Mit den Wundern jener Zeit
Sich niemals zu vergessen
Bis in alle Ewigkeit
Wir waren geboren um zu leben
Für den einen Augenblick
Bei dem jeder von uns spürte
Wie wertvoll Leben ist.“
(Unheilig)

<3 Andrea

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